Die neue Lehrerausbildung – Auftaktveranstaltung der Veranstaltungsreihe Arbeitsfeld Schule

Veröffentlicht am 01.12.2013 in Allgemein

Mit der Auftaktveranstaltung „Eine für Alle? Eine neue Lehrerausbildung für Baden-Württemberg“ begann die Veranstaltungsreihe Arbeitsfeld Schule der beiden sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaften AfA (=Arbeitskreis für Arbeitnehmerfragen) und AfB (Arbeitskreis für Bildung) in der Gaststätte Uhland.

 

Mit dieser Veranstaltungsreihe wollen beide Arbeitsgemeinschaften die nicht immer im Focus der Öffentlichkeit stehende Arbeitswelt Schule beleuchtet werden.

Das Arbeitsumfeld Schule ist seit einigen Jahren in Bewegung. Mit dem Regierungswechsel im Jahr 2011 wurde dieser Zug in Baden-Württemberg verstärkt. Notwendige Bildungsreformen werden nun angegangen. Dazu gehört auch die längst überfällige Umgestaltung der Bildungslandschaft, zu der u.a. die Einführung der Gemeinschaftsschule gehört. Ziel dieser Reform ist die Schaffung einer Schulart, in der das gemeinsame Lernen der Kinder von Anfang gefördert und die Bildungschancen für alle Kinder, gleich welcher Herkunft, gewahrt werden soll.

 

 

Am 25.11.2013 fand in der Gaststätte Uhland die Auftaktveranstaltung statt, die zum Gegenstand die geplante Reform der Lehrerausbildung hatte. In der sehr gut besuchten Veranstaltung begrüßte die Kreisvorsitzende der AfB, Frau Sabine Leber-Hoischen, die anwesenden Gäste. Herr Hesse, stellvertretendes Mitglied der AfB, führte in die Thematik ein.

In einem prägnanten Referat stellte Herr Stefan Fulst-Blei, MdL und bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, die Eckpunkte der Reform vor. In seinem Referat verdeutlichte er die Ausgangslage. Für die Ausbildung der zukünftigen Lehrer sind bisher die PH und die Universitäten verantwortlich. Ihre Konzepte unterscheiden sich signifikant: Während die Ausbildung an den PH einen klaren erziehungswissenschaftlichen Schwerpunkt haben, liegt der Schwerpunkt der universitären Studiengängen in der Vermittlung des Fachwissens.

 

Die Reform dient dem Aufbruch dieser starren Struktur. In seinem Referat stellte er klar, dass eines der Ziele der Reform eine bessere Vernetzung der PH und der Universitäten im Rahmen der Lehrerausbildung ist. Weiteres Anliegen der Landesregierung ist es, durch die Reform der Ausbildungslehrgänge für Lehramtsanwärter die Möglichkeit zu schaffen, andere Berufsfelder zu eröffnen. Die „Einbahnstraße Schule“ soll aufgebrochen werden. Hierzu soll eine Studien-Grundstruktur basiert auf Bachelor und Master eingeführt werden. PHs und Universitäten sollen im Rahmen von sogenannten „Professional Schools of Education“ zusammen arbeiten können.

 

Weiteres zentrales Element der neuen Lehrerausbildung ist die Schaffung eines gemeinsamen Lehramtes für die Sekundarstufe I. Dieses soll die Ausbildung für alle Schularten abdecken. Die Qualifikation für die Sekundarstufe II wird an den Universitäten angeboten. Das anfangs zur Disposition stehende Lehramt „Sonderpädagogik“ soll nicht abgeschafft werden. Darüber hinaus  sollen sonderpädagogische Inhalte Eingang in das Curriculum der anderen Lehramtsstudiengängen finden.

 

In einer anschließend von Evelyne Gottselig, stellvertretende AfA-Kreisvorsitzende, moderierten Diskussionsrunde setzten sich die Standessvertreter Frau Ricarda Kaiser, Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW), Herrn Alexander Oberst, Verband für Bildung und Erziehung (VBE), und Herr Julian Marx, Lehramtsanwärter, mit der Reform der Ausbildung auseinander.

 

Die Diskutanten begrüßten einerseits die Ansätze der Reform. So unterstrich Frau Kaiser, dass die Einführung eines gemeinsamen Lehramtes richtig ist. Herr Oberst vom VBE, betonte, dass die Ausbildung der Lehrer weiterhin einer fundierten wissenschaftlichen Grundlage benötigen.

 

Beide Berufsvertreter kritisierten im weiteren Verlauf, dass nicht alle organisatorischen Fragen, die im Zusammenhang mit der Reform stehen, geklärt sind. Dies gilt für die einheitliche Besoldung von Lehrerinnen und Lehrern. Auch sei das Referendariat auf diesen neuen Studiengang organisatorisch nicht vorbereitet.

Neben den Berufsvertretern beteiligten sich auch die Gäste der Veranstaltung rege an der Diskussion. Studierende der PH diskutierten kritisch die Einführung von Masterstudiengängen, zu denen nicht jeder Bachelorabsolvent Zugang haben soll. Auch der Glaube, dass mit Bachelorabschlüssen neue Berufsfelder geschaffen würden, wurde von ihnen nicht geteilt. In der weiteren Diskussion führte Julian Marx an, dass an der Hochschule der Studiengang seinen Platz erst finden muss. 

 

Die Fragen der Diskutanten beantwortete Herr Fulst-Blei ausführlich und stellte klar, dass die Frage der Besoldung der Klärung bedarf. Er verwies in dem Zusammenhang auf die von der schwarz-gelben Landesregierung hinterlassenen finanzpolitischen Chaos in der Bildungspolitik hin, die es nun zu bereinigen gilt.

 

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