Ein Jubiläum konnte der Oberbürgermeister (OB) Dr. Peter Kurz zusammen mit den Anwesenden am 30.04.2014 beim diesjährigen Arbeitnehmer/innenempfang der Stadt Mannheim feiern. Zum 50sten mal jährte sich der Empfang. Das Auditorium des Landesmuseums für Technik und Arbeit „Technoseum“ voll besetzt.
Gleich zu Beginn erinnerte er an Max Jaeger. „Er war vor 50 Jahren einer der Impulsgeber für diesen Empfang, bei dem es um die Würdigung von staatsbürgerlicher Verantwortung geht. Und Max Jaeger war der Prototyp der Verbindung zwischen politischem, gewerkschaftlichem, sozialem und gesellschaftlichem Engagement, für das diese Veranstaltung steht“, würdigte der Oberbürgermeister den kurz zuvor verstorbenen Mannheimer Ehrenringträger.
Für ein humanes, menschenwürdiges Leben und eine humane, menschenwürdige Stadt setzen sich auch heute noch Personalräte und Betriebsräte ein, spannten Kurz und der DGB-Regionsgeschäftsführer Nordbaden, Lars Christian Treusch, den Bogen in die Gegenwart zum Empfang im Mannheimer Technoseum, dem Ort, der wie kein zweiter in Mannheim auch für die Entwicklung der Arbeitsbedingungen steht, die von den Gewerkschaften im Laufe von Jahren und Jahrzehnten erstritten und errungen wurde. „Dabei ist die zentrale Frage über all die Zeit die gleiche geblieben: Es geht um die Frage des Anteils der Arbeiter/innen am gesamten Wohlstand“, sagte Kurz und mahnte: „Dieser Anteil sinkt rapide.“
„Sichere Arbeitsplätze bleiben immer ein zentraler Punkt unserer Arbeit. Wir dürfen in unserem Bemühen nicht nachlassen, so genannte „verfestigte Arbeitslosigkeit“ zu bekämpfen“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz. Er lobte die Gewerkschafter, die für ihre Kundgebung in Mannheim die Überschrift „Gute Arbeit. Soziales Europa“ gewählt hatten. „Europa ist das Schiff, auf dem wir alle segeln. Dabei kann man zwar möglicherweise über den Kurs streiten, aber man darf nicht das Schiff auseinandernehmen.“
Die Redner des Abends, OB Dr. Peter Kurz und der DGB Regionsgeschäftsführer Lars Treusch, griffen in ihren Reden die Sorge um die Arbeitsplätze bei Alstom am Standort in Mannheim Käfertal auf. OB Dr. Peter Kurz informierte die Anwesenden, dass die Stadt bereits aktiv geworden ist und ein Ausspielen der Belegschaft verschiedener Standorten verhindert werden muss. Insbesondere die fehlende Zusage zur Beschäftigungssicherung für die Arbeitsplätze in Deutschland wurde heftig kritisiert. Deshalb hat der OB auch den Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel angeschrieben hat.
Erstmals sprach Lars Treusch als neugewählter DGB Regionalgeschäftsführer auf dem Arbeitnehmer/innenempfang. Getreu nach dem diesjährigen Motto zum 1. Mai des DGB „Gute Arbeit. Soziales Europa“ verwies Treusch auf die Missstände die in Deutschland und Europa auftreten.
„Es kann doch nicht sein, das man mit einem Freihandelsabkommen riskiert, das Arbeitgeber die BRD verklagen können, wenn ihnen die Arbeitsbedingungen und sozialen Standards in Deutschland nicht gefallen. Dies ist aktuell bereits geschehen. Tarifverträge sind einzuhalten.“ so Treusch.
Lars Treusch verweist weiter auf die extrem hohe Anzahl an Leiharbeitskräften ist der Beweis dafür, das Unternehmen mit Leiharbeit nicht nur Spitzen abdecken. Das muss unterbunden werden!
Auch die aktuelle Situation bei Alstom Mannheim mit den Befürchtungen der Standortschließung war eines seiner Hauptthemen. Er kritisierte die Standortleitung das sie nicht in der Lage war, den Mitarbeitern ausführliche Informationen zu geben.
Zum Schluss gratulierte Lars Treusch und Dr. Peter Kurz den neu- und wiedergewählten Personal- und Betriebsräten alles Gute für die Wahlperiode, und wünschte jenen, deren Wahl noch aussteht viel Erfolg für die anstehenden Wahlen und das weitere Engagement. „Gute Arbeit braucht gesicherte Arbeitnehmerrechte.“
Die Teilnehmer der Veranstaltung ehrten den ehemaligen DGB-Vorsitzenden Max Jaeger, der vor wenigen Tagen verstarb, mit einer Gedenkminute.